Die Tagebücher, Briefwechsel und Schriften Ferdinand Benekes stellen ein einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis dar. Denn sie sind ein veritabler Mikrokosmos in dem Sinne, daß sie den kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Makrokosmos ihrer Zeit widerspiegeln. Bereits Arno Schmidt nannte den Nachlaß „das unschätzbare Buch“.

 

Beneke begann sein Tagebuch 1792 – in dem Jahr, in dem die Marseillaise geschrieben wurde – und führte es ohne Unterbrechungen bis zu seinem Tod im Jahre 1848 – zwei Wochen vor Ausbruch der Märzrevolution. Die Tagebücher, die sich über 56 Jahrgänge und rund 5.000 Manuskriptseiten erstrecken, werden ergänzt durch einen ausgedehnten Briefwechsel von schätzungsweise mehr als 6.000 Seiten.

 

Der Jurist Beneke war ein vielseitig gebildeter und geradezu besessener Chronist seiner Zeit und seines Lebens. Seine Tagebücher, Briefwechsel und Schriften stellen deshalb nicht nur ein herausragendes Selbstzeugnis dar, sondern sind auch eine facettenreiche Quelle zur Kultur-, Sozial- und Alltagsgeschichte des Bürgertums, zur Literaturrezeption, zum Reisen und zur Beschäftigung mit Geschichte und Geographie, zu Religion und Mentalität wie zum politischen Wertewandel in Deutschland.

 

Projekt

Umfang und Komplexität des Beneke-Nachlasses, der im Staatsarchiv Hamburg aufbewahrt wird, haben bislang einer systematischen Auswertung Grenzen gesetzt, obschon er verschiedentlich von der historischen Forschung genutzt wurde. Umso dringlicher wird seit langem die Erschließung durch eine Edition als Desiderat formuliert.

 

Seit 2001 arbeitet ein Team von – derzeit sieben – Historikerinnen und Historikern an der Rekonstruktion, Transkription, Kommentierung und Erforschung des bislang unveröffentlichten Quellencorpus‘ einschließlich sämtlicher dazu gehörenden Briefwechsel und Schriften. Die Edition ist auf ca. 20 Bände angelegt, die von 2012 bis voraussichtlich 2017 in vier Abteilungen erscheinen werden. Jeder Abteilung wird ein umfangreicher Begleitband beigegeben, der den Leser in Hintergründe und Zusammenhänge einführt und Informationen liefert, die zum Verständnis der Tagebücher und ihrer Beilagen hilfreich sind und sie durch ein umfangreiches Register erschließen. Ergänzt wird die Edition durch zwei Supplementbände, von denen der erste die Reiseentwürfe enthalten wird und der andere die Fragmentensammlungen zur Religion und Philosophie.

 

Begleitend werden zentrale Aspekte der Selbstzeugnisse in ihrem zeitgenössischen Kontext erforscht.

 

Die Beneke-Edition wird gefördert durch die „Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur“.

F. Beneke: „An Preußen“  (1806)

Information on Beneke and his diaries in English is available here.

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